Mélissa Guex

Rapunzel

PROJEKTBESCHRIEB

Eingesperrt in der höchstgelegenen Kammer des höchsten Turms wartet Prinzessin Rapunzel.
Sie wartet darauf, dass ihr Prinz kommt und sie rettet.
Ungeduldig verbringt Rapunzel ihre Tage damit, ihr langes blondes Haar zu pflegen.
Sie macht sich bereit für ihre Rolle als Vorzeigefrau...

Die Choreografin und Tänzerin Mélissa Guex unterwandert in ihrem Stück «Rapunzel» die ikonische Dimension der Märchenfigur: Der Archetyp als Knetmasse – dem Publikum als ein von Einsamkeit und Erwartung zermürbtes Wesen vorgeführt. Bei Guex ist Rapunzel weder ein Fräulein in Not noch eine zarte Jungfrau, sondern Figur einer trashig-punkigen One-Woman-Show, welche die weiblichen Klischees angreift, die in unserer kollektiven westlichen Vorstellungswelt verankert sind: Das Bedürfnis, das statische Schicksal einer Frau von dem ihres abenteuerlustigen und mutigen Prinzen zu trennen.

Mélissa Guex (*1993) wächst in einem kleinen Dorf am Fusse des Jura im Kanton Waadt auf und kommt beim Ausprobieren von Improvisationstheater auf den Geschmack der Bühne. Sie beschliesst, sowohl Theater als auch Tanz zu studieren. 2012 schließt sie sich der Compagnie du Marchepied in Lausanne an, einer Struktur, die junge Tänzer*innen ausbildet, indem sie ihnen die Möglichkeit bietet, mehrere Wochen lang mit Choreograph*innen zu arbeiten. Zwischen 2013 und 2015 studiert sie Bewegungstheater an der Lassaad School in Brüssel und bildet sich durch Tanzworkshops weiter. Ein Jahr später beginnt sie ihren Bachelor in Zeitgenössischem Tanz an der Manufacture in Lausanne. Nach ihrem zweiten Abschluss in 2019 wird Mélissa artist in residence des Théâtre Sévelin 36 und hat seither mehrere kurze Stücke produziert. Sie lebt und arbeitet in Lausanne. Mit der Compagnie SUMO entwickeln Mélissa Guex und ihr Team Werke, die auf einer ausgefeilten Ästhetik basieren.

Konzept, Choreographie und Performance: Mélissa Guex (*1993)
Szenograpie und Kostüm: Lucie Meyer (*1994)
Licht: Justine Bouillet (*1990)
Musik: Charlotte Vuissoz (*1989)
Künstlerische Zusammenarbeit: Desirée Cerocién und Alain Borek (*1983)
Administration: Milena Pellegrini
Dramaturgische Begleitung: Selina Beghetto