Annina Polivka

SCHUB

PROJEKTBESCHRIEB

In der Soloperformance SCHUB bewegt sich Annina Polivka in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist und untersucht die Auswirkungen eines Schubes - ein physisches und psychisches Phänomen, durch welches sich ein Individuum anders bewegt und bewegt wird - im Kontext des Alltages.

Jeder hat eigene Morgenroutinen, die auf eine Art und Weise ähnlich aussehen, aber durch den privaten Raum, die eigenen Bedürfnisse und Bewegungen individuell werden. Snoozen, Kaffeetrinken, die Kleiderfrage, Hygiene oder die Morgenlektüre - in den ersten Minuten des Tages ist jeder für sich, in seiner privaten Welt voller Sicherheit. Die Alltäglichkeit dieser Abläufe zeigt aber auch auf, ob und wie unsere Körper funktionieren. Sind wir überhaupt fähig aufzustehen? In einer Gesellschaft, die kapitalistischen Strukturen folgt, sind die Routinen des Morgens fast eine Notwendigkeit, um sich auf den Tag als öffentliche Person vorzubereiten, sich Zeit für sich zu nehmen und auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Die Performance untersucht den Kampf eines Individuums, das durch einen Schub nicht mehr voll funktionsfähig ist, in einer Gesellschaft zu agieren. Wie handelt eine Person, die mit einem bleischweren Körper aufwacht?

Ein Schub ist ein körperlicher Zustand, der vom „Normalen“ abweicht und hat die Macht, die alltäglichen Abläufe zu unterbrechen, zu durchbrechen, und durcheinander zu wirbeln. Er katapultiert den Körper aus dem Alltag in einen neuen Zustand, der das Morgenritual ins Schwanken bringt. Wie sieht der Morgen aus, wenn ein Schub diese Abläufe durcheinander bringt und eine Reaktionskette startet? Was für Konsequenzen trägt er mit sich und wie geht unsere Gesellschaft mit dem Verrücken und Verzerren der eigenen Welt um? Wie verhält sich der Körper in dieser neuen Welt, in der andere Regeln herrschen? Die Suche nach der körperlichen Darstellung, des psychisch und physisch Erlebten währen eines Schubes liegt im Zentrum der Recherche.

SCHUB ist eine musikalische Tanzperformance, die nach intimen Bewegungen sucht, die den Körper durch den Alltag treiben. Annina Polivka nähert sich den Grenzen von alltäglichen Bewegungen und Handlungen und schafft so einen neuen Alltag, der Wahrnehmungen verzerrt und Zeitlichkeit auflöst.

Die Schauspielerin Annina Polivka macht Theater, das sich zwischen Tanz und Schauspiel bewegt. Die Grenzen des Körpers, physisch sowie ausdruckstechnisch, dienen ihr als Ausgangslage für die Erforschung und Erarbeitung ihres Materials. Sie stellt die Frage, was ein einzelner Körper darstellen und wie er sich mit aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen auseinandersetzen kann. SCHUB ist ihre erste Eigenarbeit, die sie zusammen mit der Musikerin Franziska Brücker, der Dramaturgin und freien Künstlerin Magda Drozd, dem Filmemacher Felix Hergert, sowie der Szenografin Annatina Huwiler erarbeitet.





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