Collettivo Treppenwitz

L’amore ist nicht une chose for everybody (loving kills)

PROJEKTBESCHRIEB

«L’amore ist nicht une chose for everybody (loving kills)» ist ein Projekt, das Performance, Theater und Videokunst miteinander verbindet. Man spricht über Liebe. Man spricht über die Generation von Dreissigjährigen. In diesem Alter zwischen „Jugend“ und „Erwachsensein“ sind Fragen unvermeidbar. Die Inszenierung sieht die Rekonstruktion eines Gates in einem symbolischen Stil vor. Eines Nicht-Orts mit Stühlen, Bildschirmen und wartenden Menschen. Vor einer Reise müssen wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen, mit jenen Fragen, die sich einschleichen, aber auch mit Erwartungen an die Zukunft, auf die wir ungeduldig warten. Es ist ein Gedanken-Patchwork, eine künstlerische Komposition, die von sechs Performer*innen inszeniert wird. Es ist eine Gruppenarbeit. Wörter, Bewegungen, Videos, verschiedene Sprachen vermischen sich beim Versuch, das Thema Liebe zu erklären.


Das Projekt wird von den intimen Erfahrungen der Interpret*innen, von Interviews und von Stücken der Weltliteratur inspiriert. Unser Ziel ist es, eine dokumentarische Show zu konstruieren: Wir möchten Interviews mit Dreissigjährigen mit unterschiedlichen Nationalitäten durchführen, so dass die Show sich verändert und weiterentwickelt. Die Aufführung wird frontal sein, in ständiger Beziehung mit dem Theaterpublikum. Es wird keine vierte Wand geben. Das Publikum wird nicht nur passiv dasitzen, sondern es wird fortlaufend miteinbezogen und befragt. Darstellende und Zuschauende sollen sich auf Augenhöhe begegnen: Die Ereignisse auf der Bühne und jene im Saal haben dieselbe Bedeutung. Rollen könnten ausgetauscht und das Publikum selbst gewissermassen zur Aufführung werden und die Befragung der Künstler*innen übernehmen. Werbeslogans und Werbung in sozialen Netzwerken erinnern uns in der westlichen Gesellschaft jeden Tag daran, dass wir einen Platz in der Gesellschaft einnehmen müssen. Zum Bild des perfekten Lebens gehört ein Haus mit allen Haushaltsgeräten der neuesten Generation, ein sicherer Job, ein grosses Auto und Kinder – ein Hund rundet das Ganze ab. Wer zurückbleibt, der ist ein Outsider, ein Störfaktor in einer Gesellschaft, die uns ohne Unterschiede in eine Schublade schiebt. Mit dreissig Jahren kommt die erste grosse Krise, man stellt sich viele Fragen; diese Performance ist inspiriert von diesem Lebensabschnitt. Aber andererseits ist das Geheimnis vielleicht, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und sich über sich selbst lustig zu machen. Auch der grösste Schmerz ist nicht mehr so gross, wenn man zeitweise darüber lachen kann. Also möchten wir nicht nur mit der Liebe streiten, sondern auch ein wenig darüber lachen.


Collettivo Treppenwitz ist eine Theatergruppe, die von Federica Carra, Carla Valente und Simon Waldvogel gegründet wurde. Sie gründeten eine Arbeitsgruppe, um theatrale Forschung in der Gegenwart durchzuführen und über das zu sprechen, was den zeitgenössischen Menschen betrifft. Die erste Produktion «ADIOS» (in Koproduktion mit Collettivo Ingwer) feierte 2017 im Programm von LuganoInScena (künstlerische Leitung: Carmelo Rifici) Premiere und wurde im Campo Teatrale in Mailand wiederaufgeführt. Das Ziel der Theatergruppe ist es, in den verschiedenen Produktionen Künstler*innen außerhalb der Gruppe einzubeziehen, um einen Dialog zwischen verschiedenen Disziplinen und eine technologische und kulturelle Bereicherung für das Unternehmen selbst zu schaffen. Die theatrale Forschung, die Atré Teatro betreibt, ist mit der Gegenwart und der Autobiographie der Künstler*innen verbunden. Wo die realen Fragen und Probleme aus der alltäglichen und familiären Erfahrung entstehen und dafür sorgen, dass die Mikrogeschichte wirkliche Geschichte wird: Daraus entsteht die Bühnengeschichte.