Mélanie Gobet

i'm a loner

PROJEKTBESCHRIEB

«Als ich das erste Mal von den Loonern hörte, musste ich auch lächeln. Ich habe sogar regelrecht gelacht.

Und dann, als die Überraschung vorbei war, habe ich analysiert. Zunächst beobachtete ich diskret diese Gemeinschaft der Ballon-Fetischist*innen. Ich sah, wie sich mein Unfug in Interesse, dann in Faszination und schliesslich in Besessenheit verwandelte.

Es ist die Möglichkeit, aus einem flachen Objekt Volumen zu erzeugen, das Material zu manipulieren, es zu verzerren, zu fühlen, wie es durchhängt, es zum Quietschen zu bringen und die Finger hinein zu stecken. Die Euphorie, zu sehen, wie sich die Reflexionen verändern, die Farben verstummen, wie das Objekt Höhe gewinnt und wie es in einem weichen Verhältnis zur Schwerkraft wieder fällt. Sie werden sehen... Looner oder nicht, wir haben alle eine Vorliebe für Ballons.»

 

Mélanie Gobet (*1988) lebt und arbeitet in Freiburg. Sie ist in den Bereichen zeitgenössischer Tanz und Performance tätig und experimentiert mit kontemplativen performativen Praktiken am Rande von verschiedenen Genres, hauptsächlich im Off- und In-situ-Kontext. In ihrer Arbeit stellt sie die Beziehung zwischen Körper und Material in den Mittelpunkt ihrer Recherchen. Wiederkehrende Themen sind Serialität, Wiederholung, mathematische Strenge und das Ritual, sowie das Schreiben der Geste und der Partitur.
Mélanie Gobet profitierte 2019 von zwei vom Bund und der Stadt Freiburg geförderten Residenzen, eine in Berlin, die andere in Buenos Aires. Während dieses künstlerischen Exils geht sie täglich einer kuriosen Tätigkeit nach, die von einer ihrer Kreationen inspiriert ist: Sie bläst Luftballons auf, lässt sie unter Druck zerplatzen und postet ihre Videos in sozialen Netzwerken. Überraschung: Sie hat Erfolg bei einer Gemeinschaft von Ballonfetischist*innen, den Looners, die blow to pop (b2p) zu ihrer Religion und Mélanie zu ihrer b2p-Queen machen. Fasziniert von dieser absurden, von Sinnlichkeit, Devianz und Voyeurismus geprägten Beziehung zum Objekt, macht sie diese zum Thema ihrer ersten langformatigen Performance.

Weitere Beteiligte

Jade Albasini - Performance

Sarah Bucher - Performance

Frank Bongni - Sound