Blair Whitcher Projects

Mama Love

PROJEKTBESCHRIEB

«Mama Love» ist eine abgründig-humoristische One-Woman-Show, in der die Performerin Lea Whitcher (*1987) mit der Absurdität von idealisierten und toxischen Mutterbildern spielt, und ihre eigenen Verstrickungen darin untersucht. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Abstimmung von 2020 über zwei Wochen Vaterschaftsurlaub sieht sie die unbedingte Notwendigkeit, mit einer ungeschönten Schilderung ihrer ersten vierzehn Wochen als Mutter an die Öffentlichkeit zu gehen. Als die Kunstfigur «Lea Blair Whitcher» verknüpft sie ihre biografischen Erfahrungen mit aktuellen Diskursen über Mutterschaft und entwirft utopische Lebensmodelle in einer Gesellschaft jenseits des Patriarchats. Die Inszenierung spielt unter anderem mit den Mitteln von Stand-Up-Comedy, dekonstruiert diese aber gleichzeitig: Alltagssituationen und gesellschaftliche Klischees werden humoristisch verhandelt; die Reflektion darüber, was wir lustig finden und warum wir lachen, wird feministisch kontextualisiert. Der Abend ist sehr schlicht, die Persona «Lea Blair Whitcher» mit Mikrophon auf einer leeren Bühne. Einzige Mitspielerin ist eine musikalische, arrhythmische Tonspur, die sich mal unterstützend, mal als Stör-Element in die Performance einbringt. Die eigens dafür entwickelte Komposition zieht ihre Inspiration aus den sinnlichen Erfahrungen des Mutterschaftsurlaubs; etwa das rhythmische Surren der Abpumpmaschine oder ein heulender Aufschrei, in der sich eine überraschende Inkontinenz mischt. 

Blair Whitcher Projects ist eine neue Theaterformation unter der Leitung von Lea Whitcher. Ähnlich dem bekannten Mockumentary-Film «Blair Witch Project» von 1999 spielt Blair Whitcher Projects mit der Wirkung des «Realen». Die Anspielung auf die mythologische Figur der Hexe eröffnet einen spielerischen Untersuchungsraum für feministische und emanzipatorische Themen.

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