:objective:spectacle:

CLAP

PROJEKTBESCHRIEB

Was ist langsamer alsein Atemzug aber dauert länger als ein Schrei? Glaubt man soziolinguistischen Untersuchungen des Phänomens, dann ist es der Applaus. CLAP ist eine Arbeit am Framework der Performance – Situation als solcher. Was normalerweise als Konventionoder Ritus das theatrale Ereignis rahmt, rückt hier ins Zentrum der performativen Auseinandersetzung: Warum applaudieren wir und wie? Wem oder was applaudieren wir?

Gegeben sei: Ein Abend,der nur aus dem „Rohstoff der Affirmation“, dem Material des Applaudierens entsteht. Anstelle der Repräsentation einer Vorstellung sieht das Publikum eine Repräsentation seiner selbst. Eine choreographierte Claqueurmenge, die in rhythmisch – repetitiven Mustern durch verschiedene Gesten, Formen, historische wie soziale Konstellationen des Applaudierens „zappt“: Mal mutieren die Claqueure zu einer jubelnd-orgiastischen Fancrowd, dann wirken sie wie eine faschistisch agitierte Menge. Ein anderes Mal zerfallen sie in gelangweilt oder unsicher vor sich hinklatschende, erschöpfte Einzelne ...

In einem stetigen Loop von Auf- und Abtritten und intensiven Momenten des Ausharrens entlädt sich so die Spannung der Erwartung in immer neuem Beifall der Claqueurmenge. Ein exzessives szenisches „perpetuum mobile“ soll über die Dauer der Performance entstehen, die Bühne als „Applausmaschine“, die Blackbox als Noisekonzert des Beifalls. Offen gelassen werden soll allerdings, worauf sich der Vorgang des Applaudierens tatsächlich bezieht.Dennoch ist natürlich der spannende Moment: Wann wird das Publikum einsteigen und selbst applaudieren? Und was, wenn die Claqueure antworten? Wer wird die Vorstellung beenden?

CLAP wird produziert von :objective:spectacle: in Koproduktion mit Treibstoff Theatertage Basel 2015 und L´OUTIL (FR).

Keine Veranstaltungen vorhanden.
Keine Veranstaltungen vorhanden.